Titel: Wegfall der EU-Vermarktungsnormen für Obst und Gemüse Datum: 24/11/2008 Autor:DFHV
DFHV befürchtet neue unterschiedliche Normen
Grundsätzlich unterstützt der Deutsche Fruchthandelsverband (DFHV) alle Bestrebungen der Europäischen Kommission, wo und wenn dies sinnvoll ist, überflüssige Normen im Zuge der Entbürokratisierung abzubauen. „Die jetzt weggefallenen EU-Vermarktungsnormen für 26 Obst- und Gemüsearten waren allerdings kein Selbstzweck, sondern sicherten auf europäischer Ebene einheitliche Qualitätsstandards für Obst und Gemüse“, erklärte DFHV-Geschäftsführer Dr. Andreas Brügger. Von besonderer Bedeutung, auch für die Verbraucher, waren die in den Normen enthaltenen Definitionen der Güteklassen, die nicht zuletzt gewisse Qualitätskriterien definieren, wie z.B. die Mindestreife einer Frucht.
Nach dem Wegfall dieser Normen befürchtet der DFHV, dass an diese Stelle andere internationale Normen treten werden. Die Vereinten Nationen definieren Standards für Obst und Gemüse im Rahmen des Codex Alimentarius und in den UN/ECE-Normen. Zudem würden möglicherweise große Erzeugerorganisationen ihr Recht nutzen, eigene Normen zu entwickeln. „In der Praxis wird dies zu einer Fülle verschiedener neuer Normen führen. Das Ergebnis wird daher nicht weniger, sondern mehr Bürokratie sein“ (Dr. Brügger). An dieser Einschätzung ändere sich auch durch die Beibehaltung von Rahmennormen nichts, da diese nur unverbindliche Kriterien definieren.