Titel: Feldforschung im Supermarkt Datum: 15/11/2008 Autor:Symrise
Symrise untersucht alltägliche Ess- und Trinkgewohnheiten von Konsumenten
Mit dem ICE-Projekt (Inside Consumer Experience) geht der internationale Duft- und Geschmackstoffhersteller Symrise neue Wege in der Konsumentenforschung. In Zusammenarbeit mit einem internationalen Konsortium erforscht Symrise die Ess- und Trinkgewohnheiten von Verbrauchern in realen Lebenssituationen. Auf dem Eurosense Kongress 2008 in Hamburg (07. bis 10.09.08) wurde das Projekt erstmals öffentlich vorgestellt.
Nahezu 90 Prozent aller neu entwickelten Nahrungsprodukte verschwinden innerhalb eines Jahres wieder vom Markt. Einer der wichtigsten Gründe: Die Rolle der situativen Faktoren beim Kauf und Verzehr von Lebensmitteln wird unterschätzt. In klassischen Laborumgebungen lassen sich Konsumententests zwar in idealer Weise steuern und kontrollieren – die realen Situationen, in denen Produkte ausgewählt, gegessen und getrunken werden, bleiben jedoch unberücksichtigt. Gerade unbewusst ablaufende Entscheidungen und Gewohnheiten der Verbraucher können mit herkömmlichen Verfahren der Konsumentenforschung nicht erfasst werden.
Einen völlig neuen Forschungsansatz verfolgt Symrise in Zusammenarbeit mit Noldus Information Technology, der Universität Wageningen und VicarVision. Das ICE-Projekt (Inside Consumer Experience) kombiniert Methoden der situativen mit der beobachtenden Forschung, um das Ess- und Trinkverhalten in alltäglichen Situationen zu beobachten: in Kindergärten und Schulen, auf Partys und Festivals.
„Bald können wir die Trinkgewohnheiten älterer Menschen in Altersheimen genauso analysieren wie die Lebensmittelauswahl in Supermärkten“, begeistert sich Clemens Tenge, Manager Market & Consumer Research, Flavor & Nutrition. Dafür werden je nach Forschungsziel verschiedene Instrumente und Methoden kombiniert: Technologien wie RFID (Radio Frequency Indicator) und GPS ermitteln die Aufenthaltsorte, Laufwege und Blickrichtungen der Testpersonen; neue Instrumente wie der „FaceReader“ erkennen, ob diese glücklich, traurig oder wütend sind. In einem mobilen Labor können alle Daten vor Ort gesammelt und ausgewertet werden.
Das ICE-Projekt baut auf den Erkenntnissen auf, die das Projektkonsortium seit Beginn dieses Jahres im „Restaurant of the Future“ gewinnt, einer experimentellen Kantine der Universität Wageningen, in der das Ess- und Trinkverhalten von Besuchern unter natürlichen Bedingungen erforscht wird.
„Die im Rahmen des ICE-Projekts praktizierte Kombination verschiedenster Forschungsmethoden ist innerhalb der Food & Life Sciences noch sehr neu“, erklärt Clemens Tenge. „Bereits das Restaurant of the Future hat die klassische, experimentelle Testumgebung verlassen – jetzt gehen wir noch einen Schritt weiter und beobachten die Menschen in ihren realen Konsumsituationen. Diese können wir weniger stark beeinflussen und kontrollieren, gewinnen dafür aber wertvolle Einblicke in unbewusste Entscheidungsprozesse.“
Um die neue Forschungsmethodologie bestmöglich auf die Bedürfnisse seiner Kunden abzustimmen, arbeitet Symrise bereits in der Entwicklungsphase eng mit Unternehmen aus der Nahrungsmittelindustrie zusammen.