Titel: Verband der Milcherzeuger Bayern: Aldi führt vor und sahnt ab Datum: 09/08/2008 Autor:VMB
VMB-Vorsitzender Welzmiller kritisiert Aldi wegen der Butterpreissenkung und erinnert die Handelsketten an ihr Versprechen.
Als Schlag gegen die aufkeimende Hoffnung der Milchbauern nach dem Milchgipfel am 29. Juli 2008 hat der Vorsitzende des Verbandes der Milcherzeuger Bayern e. V., Leonhard Welzmiller, die jüngste Preissenkung bezeichnet, die der Discountriese Aldi Ende letzter Woche bei Deutscher Markenbutter durchgesetzt hat. Kaum waren die warmen Worte des Milchgipfels über die Medien in Umlauf gebracht, wo auch der Handel ein Bekenntnis zur Stärkung der Milchwirtschaft und der Milcherzeuger abgelegt hatte, zeigt Aldi erneut seine brutale Marktmacht. Für die nächsten beiden Monate zahlt Aldi nämlich an die liefernden Molkereien 25 Cent/ kg weniger als bisher und somit nur noch 2,95 Euro/ kg Deutsche Markenbutter. Und damit nicht genug: „Aldi hat bisher seine Verkaufspreise auf dem Niveau von 87 Cent/ 250 g belassen, streicht also die komplette Preisrücknahme auch noch selber ein“, ärgert sich Welzmiller.
Welzmiller fordert jetzt die anderen Handelsketten eindringlich auf, nicht den gleichen Schritt zu tun und ebenfalls Preissenkungen bei den Molkereien einzufordern. Alle großen Ketten haben sich bereits im Vorfeld des Milchgipfels bereiterklärt, auf aggressive Milch- und Butterschnäppchen zu verzichten. „Das ist erst eine Woche her“, so Welzmiller.
Aldi hat in den letzten beiden Monaten nachdrücklich gezeigt, dass er alle Marktbeteiligten einschließlich der Milcherzeuger nach Strich und Faden vorführt. Im Juni wurde die von Präsident Gerd Sonnleitner mit Lidl vereinbarte Erhöhung der Butterpreise um 20 Cent/ 250 g torpediert. Nach einer kurzzeitigen marktbedingten Erhöhung der Abgabepreise im Juli um 53 Cent jetzt wieder das erneute Vorpreschen durch Aldi.
„Will Aldi demnächst wieder den Zorn demonstrierender Milchbauern vor seinen Märkten zu spüren bekommen?“, so Welzmiller abschließend.